Chronik

Der Anfang - Gründung der Wehr

Überall, besonders in weiträumigen Wohngebieten, gehören die Feuerwehren zu einer der wichtigsten Einrichtungen eines Gemeinwesens.
Gerade in Richstein, welches durch die große, historische Feuersbrunst von 1590 als wichtige Siedlung nahezu ausgelöscht wurde, hat sich bis auf den heutigen Tag die Angst vor dem Feuer erhalten. Bei der immer noch vorhandenen Wohndichte im engen Tal muss Hilfe schnell bei der Hand sein, um größeres Unglück zu verhüten. Aus diesem Grunde wurde die Freiwillige Feuerwehr im Jahre 1910 von folgenden Kameraden ins Leben gerufen:

Karl Schneider, Georg Hüster, Karl Imhof, Christian Schneider, Friedrich Duchardt, der gleichzeitig als erster Wehrführer fungierte. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden auch Feuerwehrkameraden eingezogen, was zwangsläufig zum Dienstrückgang führte. Friedrich Duchardt, der erste Wehrführer, kehrte aus diesem Krieg nicht mehr zurück und so wurde Karl Imhof neuer Brandmeister. Ihm folgte im Jahre 1920 Heinrich Naumann. Unter seiner Leitung trat die Wehr 1928 dem neugegründeten Kreisverband bei. Die ursprünglich als Verein gegründete Wehr wurde 1933 in eine öffentliche Einrichtung umgewandelt. Während des ersten und zweiten Weltkrieges konnte nur eine kleine Anzahl Männer in der Gemeinde bleiben. Diese bildeten mit den Frauen und 15-16 jährigen Schulkindern die Löschmannschaft. Das Bild links zeigt die aktiven Kameraden im Jahr 1919. Im Bild rechts ist das Kassabuch aus dem Jahr 1910 und 1911 zu sehen.


Kriegsjahre

Wie schon zu Beginn des 1. Weltkrieges wurden mit Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 auch Feuerwehrkameraden eingezogen. Doch kam trotz dieses Krieges der Feuerschutz nicht zum Erliegen. Die in Richstein gebliebenen zwei bis drei Aktiven stellten aus Frauen und Schulkindern (15 bis 16 Jahre alt) eine Löschmannschaft zusammen. Insgesamt forderten die beiden Weltkriege aus den Reihen der Richsteiner Feuerwehr 13 Opfer.  Nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde im Jahr 1947 die eigentliche Arbeit der Feuerwehr wieder aufgenommen. Heinrich Naumann stellte aus Altersgründen sein Amt zur Verfügung. Die Wehr wählte daraufhin 1947 Karl Pfeil zum neuen Wehrführer. Am 14.02.1953 berief Bürgermeister Müller eine außerordentliche Versammlung ein, weil Karl Pfeil sein Amt wegen Überlastung niederlegte. Die Aufgabe des Wehrführers wurde Hermann Weber übertragen.


1960: 50 jähriges Jubiläum

Unter der Leitung von Hermann Weber feierte die Wehr am 29. und 30.05.1960 ihr 50-jähriges Bestehen. Das Fest fand „Auf der Burg“ statt. So wurde der Festkommers am 28. Mai umrahmt durch Liedbeiträge des MGV Harmonie Richstein. Während der Feierlichkeiten am 29. Mai richtete die Wehr zum zweiten Male den Kreisfeuerwehrverbandstag aus. Unter Teilnahme zahlreicher Feuerwehrkameraden aus dem Kreisgebiet wurde das Fest zu einem vollen    Erfolg. Vier Gründungsmitglieder konnten das Jubiläumsfest noch miterleben: Heinrich Naumann; Friedrich Althaus; Heinrich Müller; Fritz Schreiber. Jedoch konnte Heinrich Nauman, Ehrenbrandmeister der Wehr, aus gesundheitlichen Gründen nicht am Fest teilnehmen. Er verstarb unmittelbar danach. Im Jahre 1964 übernahm sein Sohn Helmut Naumann vorübergehend die Wehr, ehe 1967 Heinz Saßmannshausen als Brandmeister zum Wehrführer eingesetzt wurde.

Das Bild rechts zeigt die Feuerwehrkameraden auf dem weg zum Festplatz auf der Burg.

Links vorne: Helmut Naumann; Karl Blecher; Fritz Pfeil; Otto Feuring; Hermann Weber

Links Mitte: Heinz Pfeil; Werner Bänfer; Gerhard Schneider; Heinz Freiberger; Heinz Jung

Links hinten: Hermann Limper; Heinz Saßmannshausen; Ernst Schuhmacher; Hermann Kuhn; Karl Heinz Fischer; Manfred Bänfer; Willi Blecher; Günther Blecher

Bild rechts: Fest zum 50jährigen Jubiläum

 

 

 

 

 

 

 

 

Folgende Kameraden treten zur Übung an. Bild links von links anfangend: Hermann Limper; Karl Blecher; Heinz Pfeil; Heinz Jung; Helmut Naumann; Heinrich Paysan: Günter Blecher; Fritz Pfeil. Die TS8 wurde mit einem Trecker gezogen.


Die 70er und 80er

Nachdem Heinz Saßmannshausen die Wehr elf Jahre leitete und dann auf eigenen Wunsch als Wehrführer zurücktrat, wurde Brandmeister Erich Feige im Jahre 1978 zum neuen Wehrführer ernannt. Erich Feige wurde im Frühjahr 1984 zum Oberbrandmeister befördert. Danach
absolvierte er im Herbst 1984 den F4-Lehrgang und wurde am 23.03.1985 zum Hauptbrandmeister und Zugführer des Löschzuges 4 (Unteres Edertal) befördert. Gleichzeitig führte er die Richsteiner Wehr weiter. 1987 legte HBM Erich Feige aufgrund seiner Zugführertätigkeit sein Amt als Löschgruppenführer nieder. Er übergibt das Amt dem Kameraden Rolf Zavoral, der ab diesem Zeitpunkt die Wehr kommissarisch weiterführt. Rolf Zavoral tritt zum Ende des Jahres 1989 als kommissarischer Löschgruppenführer zurück. Zum Nachfolger wurde Unterbrandmeister Siegfried Hippenstiel bestellt.


1983: Einweihung Gerätehaus Anbau

Nach 2-jähriger Bauzeit konnte man am 30. September 1983 die Einweihung des neuen Gerätehauses unter Teilnahme der Richsteiner Bürger, der benachbarten Wehren und Vertretern des öffentlichen Lebens feiern. Die Feierlichkeiten umrahmte der “MGV "Harmonie" Richstein“ mit einigen Liedbeiträgen. (Siehe auch "Geräte und Ausrüstung")


1985: 75 jähriges Jubiläum

Vom 17.-19.05.1985 feierte die Wehr ihr 75ig-jähriges Jubiläum. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen begann die Jubiläumsfeier am 17.05. mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal. Der anschließende Festkommers im Festzelt „Auf der Burg“ wurde umrahmt von Liedvorträgen des MGV Harmonie Richstein und des Posaunenchores Arfeld.

Am 18.05. begannen die Feierlichkeiten mit dem Festzug durch das Dorf. Die musikalische Begleitung übernahmen der Tambourchor Dotzlar und der Feuerwehrmusikzug Feudingen. Die anschließenden Festreden „Auf der Burg“ wurden zudem umrahmt mit Liedvorträgen des MGV und des Frauenchores Richstein. An beiden Festtagen spielte die Kapelle „Carinas“ zum Tanz auf.
Am Sonntag, dem 19.05. klang das Fest mit einem Frühschoppen aus.


Heute

Auf der Jahresdienstversammlung der Stadtwehr im Jahre 1991 wurde Löschgruppenführer Hippenstiel zum Brandmeister befördert. LG-Führer Hippenstiel, der zwei Jahre später auf der Jahresdienstversammlung der Stadtwehr in Raumland zum Oberbrandmeister befördert und inzwischen zum Hauptbrandmeister ernannt wurde, führt die Wehr nun schon seit über 20
Jahren. Wie schon bei seinen Vorgängern blieb die Schlagkraft und Einsatzbereitschaft der Wehr durch ständige Übungen und Schulungen auch unter seiner Leitung auf einem für Richsteiner Verhältnisse angemessenem Niveau.


100 Jahre Freiwillige Feuerwehr, Löschgruppe Richstein

Im Jahre 2010 wurde die Löschgruppe 100 Jahre alt. Um dieses Jubiläum in einem würdigen Rahmen feiern zu können, setzte sich erstmals 4 Jahre zuvor eine Abordnung zusammen, um erste Vorbereitungen zur Durchführung eines Jubiläumsfestes zu treffen, Es wurde ein      Festausschuss gegründet, der in zahlreichen Sitzungen die organisatorischen Maßnahmen festlegte. Bei der Umsetzung wirkten neben den aktiven und passiven Kameraden und deren Angehörige auch die gesamte Dorfbevölkerung mit, so dass das Jubiläumsfest vom 12.-16. Mai 2010 zur Zufriedenheit aller durchgeführt werden konnte. Die Feierlichkeiten begannen am 12. Mai mit einem Rockkonzert durch die Gruppen „Silent-Seven und Bogga“. Nahezu 500 Zuhörer im Festzelt „Unter der Burg“ am Heimathaus wohnten der Veranstaltung bei und ließ sie zu einem vollen Erfolg werden. Der nächste Tag, Christi Himmelfahrt, stand im Zeichen des Dorfschmucks. Das Dorf wurde unter Teilnahme der Anwohner so gestaltet, dass es dem Jubiläumsfest einen feierlichen Rahmen vermittelte. Am Freitag, dem 14. Mai, begannen die Feierlichkeiten mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal. Anschließend schloss sich einFestkommers im Festzelt an. Dabei konnte Löschgruppenführer Siegfried Hippenstiel zahlreiche Gratulanten aus den Reihen der Feuerwehr, des öffentlichen Lebens und der Politik begrüßen. Moderator Kai-Uwe Jochims führte locker und durchweg humorvoll durch das Programm. Für die musikalische Umrahmung sorgte neben dem Spielmannszug des TV Feudingen auch der Gemischte Chor "Harmonie" Richstein. Der Samstag stand dann ganz im Zeichen des großen Festzuges durch den Ort. Am späten Nachmittag formierten sich die zahlreichen Feuerwehrgruppen und örtlichen Vereine und sorgten für ein farbenfrohes Bild. Vor zahlreichen Besuchern an den Straßenrändern gestalteten ca. 500 Akteure den Festzug, der mit musikalischen Darbietungen des Feuerwehrmusikzuges Netphen und des Tambourkorps Dotzlar umrahmt wurde. Für tolle Stimmung sorgten am Abend im Festzelt die „Habachtaler“, die mit ihrer Musik die würdigen Jubiläumsfeierlichkeiten abrundeten. Auch der letzte Festtag wurde musikalisch durch die Habachtaler begleitet und klang zum späten Nachmittag zur Zufriedenheit aller aus. Den Besuchern bot sich zudem neben dem Besuch einer Fahrzeugausstellung und einer historischen Ausstellung im Heimathaus, eine Schauübung der Löschgruppe anzusehen.